Schlaftabletten - Segen oder Fluch?

Das musst Du über Schlaftabletten wissen!

Der Sinn von Schlaftabletten liegt darin, dass sie den Einschlafprozess beschleunigen und den Durchschlafprozess verlängern. Das ist natürlich von Vorteil, wenn der folgende Tag sehr wichtig ist und man möglichst schnell einschlafen will. Schlaftabletten sind bei einmaligen Schlafproblemen möglicherweise ein Segen. 

Warum sie sehr schnell zum Fluch werden können und wie sie sich auf den Körper auswirken, erfährst Du in diesem Blog.

 

Über die Wirkungsweise von Schlaftabletten

Auch rezeptfreie Medikamente können Schäden verursachen
Tabletten können ihre Wirkung sehr schnell entfalten

Am Abend eine Schlaftablette nehmen und dann schnell einschlafen ist verlockend. Doch so einfach ist es nicht! 

Die Schlafqualität wird durch die Tabletten verschlechtert. Es ist kein natürlicher Schlaf, sondern eher wie eine Narkose. Es kommt zum Ausfall ganzer Schlafphasen. Die Folgen spürt man am nächsten Morgen: Geringe Konzentration und mangelnde Energie.

 

Es verhält sich bei Schlaftabletten ähnlich wie bei Schmerztabletten. Die Symptome werden unterdrückt doch die Ursache besteht weiter. Schlafstörungen oder Schlafprobleme haben eine Ursache! Da wirken Tabletten eher Kontraproduktiv. Du solltest den Fokus darauf richten, die Ursache(n) zu finden und zu beheben, statt nur die Symptome zu behandeln.

 

Langfristige lebensbedrohliche Folgen

Schlaftabletten können leben verkürzen. Und das nicht nur beim Schlucken einer Überdosis. 

Schon bei zwei Schlaftabletten monatlich erhöht sich das letale Risiko. Forschungen ergaben, dass die regelmäßige Einnahme nicht nur zu einem früheren Tod führen kann, sondern sich auch das Krebsrisiko signifikant erhöht. 

 

Die US - Forscher des Jackson Hole Center for Preventive Medicine in Wyoming und des Scripps Clinic Viterbi Family Sleep Center in Kalifornien kamen zu folgenden Erkenntnissen:

Sie zeigten in ihren Untersuchungen welche Auswirkungen der regelmäßige Konsum haben kann. Dabei nutzten und analysierten sie Daten von mehr als 33.000 Personen.

1/3 litt unter Schlafstörungen und nahm Schlaftabletten (z.B. Temazepam, Zopiclon, Zolpidem, Zaleplon).

Es zeigte sich, dass zwei Jahre nach Beginn der regelmäßigen Schlaftabletten – Einnahme, eine von 16 Personen starb. Wo hingegen von jenen Personen, die keine Schlaftabletten nahmen, nur eine von 80 verstarb. 

 

Psychische und körperliche Abhängigkeit 

Eine psychische sucht macht es Betroffenen besonders schwer
Schlaftabletten können schnell in körperliche und psychische Abhängigkeit führen

Wenn es beim einmaligen Einnehmen bleibt, solltest Du keine abhängigkeits- bedingten Probleme bekommen.

Da die Wirkung von Schlaftabletten schnell nachlässt, wird nach und nach eine höhere Dosis nötig. Häufig verfallen Patienten so in eine Abhängigkeit. Die Dosis muss erhöht werden um den gewünschten Effekt zu erreichen.

Gleichzeit sind die Patienten davon überzeugt, dass sie ohne die Einnahme des Schlafmittels nicht mehr einschlafen können. Eine psychische Abhängigkeit ist entstanden.

 

 Atembeeinträchtigung

Benzodiazepine beeinflussen die Atmung. Speziell bei vorbelasteten Patienten z.B. durch Asthma. Sie wirken atemdepressiv (hypoventilierend). Das heißt, es tritt eine Verlangsamung der Atmung ein, die bis zum Erstickungstod führen kann.

Schlaftabletten entspannen die Muskulatur von Zunge und Zäpfchen zusätzlich. Das Schnarchen verstärkt sich. Wenn nun bereits starkes, unregelmäßiges Schnarchen vorliegt, kann zusätzliche Schlaftabletten Einnahme fatale Folgen haben. 

 

Entgegengesetzte Wirkung

Bei älteren Menschen und Kindern kann sich eine entgegengesetzte Wirkung bemerkbar machen. Statt einer beruhigenden Wirkung breitet sich Unruhe, Angst und Panik aus.

 

Wechselwirkung

Patienten die neben ihren Schlafmedikamenten noch andere Tabletten, Drogen, oder Medikamente einnehmen, setzten sich dem Risiko einer Wechselwirkung aus.

Besonders die gleichzeitige Einnahme von Alkohol kann Nebenwirkungen und Wechselwirkungen erheblich verstärken und sollte daher vermieden werden.

 

Entzugserscheinungen

Abruptes Absetzen eines Schlafmittels führt zu Entzugssymptomen wie: Angstzustände, Zittern, Albträume und Unruhe.

 

Langsames Abbauen der Wirkstoffe

Das Abbauen der Wirkstoffe benötigt Zeit. So fühlen sich Patienten am Tag darauf häufig schlapp, müde und benommen.

Man spricht hier vom hang-over. Der Körper braucht länger um den Wirkstoff abzubauen, als der Nachtschlaf dauert.

Wenn man sich also entschließt, Schlaftabletten einzunehmen, dann muss man sie unbedingt rechtzeitig am Abend einnehmen, und keinesfalls erst spät in der Nacht.

Je älter der Patient, umso länger bleibt das Medikament in seinem Körper. Bei Senioren kann es bis zu 48 Stunden dauern, bis es vollständig abgebaut ist.

 

Achtung: So setzt man Schlaftabletten ohne Entzugs- Erscheinungen ab:

Es wird empfohlen Schlaftabletten nach spätestens 4 Wochen abzusetzen.

Um Entzugserscheinungen zu minimieren, sollte man dies nur nach Absprache mit einem Arzt tun.

Unter Aufsicht eines Arztes ist das Absetzen ohne gravierende Entzugserscheinungen möglich.

Je nach Grad der körperlichen Abhängigkeit kann es sinnvoll sein, den Entzug stationär durchzuführen. Das Absetzen eines Medikaments geschieht in der Regel so, dass über einen Zeitraum hinweg eine immer geringere Dosis eingenommen wird. Durch das sogenannte "Ausschleichen" lassen sich Entzugserscheinungen mildern. 

In den ersten Tagen entsteht bei vielen Patienten der Eindruck, dass ihr Schlaf schlechter ist. 

Dennoch ist bewiesen: Die Schlafphasen sind zwar kürzer aber erholsamer!

Allerdings darf nicht auf andere Mittel ausgewichen werden. Sonst würde die Abhängigkeit nur überspringen.

 

Pflanzliche Schlafmittel als gesunde Alternative? 

Auch sie erhöhen das Risiko einer psychischen Abhängigkeit
Pflanzliche mittel wirken nicht so intensiv

Viele Menschen stellen sich aufgrund der Nebenwirkungen von Schlaftabletten die Frage, ob man bei Schlafstörungen nicht besser zu pflanzlichen Schlafmitteln greifen sollte.

 

1. Leider können pflanzliche Schlafmittel nicht mit einer vergleichbaren intensiven Wirkung überzeugen. Die Wirksamkeit einiger pflanzlichen Schlafmittel ist zwar nachgewiesen aber es braucht deutlich länger, bis sie ihre Wirkung entfalten.

 

2. Auch bei pflanzlichen Schlafmitteln kann eine psychische Abhängigkeit entstehen.

 

UNSER FAZIT:

Ob man hin und wieder Schlaftabletten einnimmt oder nicht muss jeder selbst entscheiden. Wer sich der negativen Folgen bewusst ist und verantwortungsvoll damit umgeht, ist auf der sicheren Seite.

Abschließend kann man sagen, dass Schlaftabletten sowohl Fluch als auch Segen sein können.

Die Nebenwirkungen sind auf jeden Fall bedenklich. Das sollte sich jeder, der sich für die Einnahme von Schlaftabletten entscheidet, vor Augen führen.

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